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hatte, las sie den Zauberspruch laut vor:
»Ihr Geister, waltend, lenkend,
höret mein Begehr,
hebt auf den Bann, bedenkend
er quälet uns so sehr.«
Während der letzten Worte entzündete Piper das Blatt an der
brennenden Kerze, die auf dem Tisch stand, und legte es in eine kleine
Schale aus Messing.
»Was ist? Könnt ihr mich sehen?«, fragte Phoebe erwartungsvoll
aus dem Verborgenen.
Paige und Piper blickten suchend im Raum umher.
»Nicht mal deine Brüste«, stellte Piper fest.
»Das war s«, sagte Paige frustriert. »Das war der letzte
Umkehrzauber, den wir haben.«
»Schon okay, Leute. Ihr habt euer Bestes gegeben.« Ein Pusten
war zu hören, und die brennende Kerze erlosch.
Jemand klopfte an der Tür. Piper stand auf, um sie zu öffnen, und
Cole trat herein. Allem Anschein nach stand er unter erheblichem
Druck.
»Hey, Mädels, wo bleibt ihr denn?«, begann er sofort, »Leo sagte,
dass ich euch hier finden würde. Er meinte, es gäbe noch
irgendwelche Probleme. Ist euch eigentlich klar, dass die Trauung
bereits vor einer Viertelstunde beginnen sollte?«
»Komm, Paige«, forderte Piper ihre Schwester auf, »wir lassen die
beiden allein. Ich denke, sie haben einiges zu besprechen & und wir
im Übrigen auch.«
Coles Blick irrte durchs Zimmer. »Moment mal & wo ist
Phoebe?« Doch die Tür hinter ihm fiel bereits ins Schloss.
»Hier drüben.«
Cole zuckte zusammen. Die Stimme schien von einem ebenso
schwere- wie herrenlosen Brautstrauß zu kommen, der im hinteren
Bereich des Umkleideraums zaghaft wedelnd in die Höhe stieg.
»Phoebe & ?« Cole riss ungläubig die Augen auf. »Du bist &
unsichtbar?«
»Ja & Scheint so, als hätte was auch immer für ein Dämon es
darauf angelegt, unsere Hochzeit zu boykottieren und wie man sieht 
oder auch nicht  mit Erfolg.«
Der Brautstrauß landete kläglich auf der antiken Frisierkommode,
die neben einem ausladenden Sessel im Rokokostil stand.
»Oh, Liebling & « Cole trat näher an das Möbelstück heran.
»Wir haben alles Mögliche versucht, den Zauber wieder
aufzuheben, nichts hat funktioniert. Und jetzt & «
Einige Herzschläge lang herrschte Stille.
»Phoebe?«
Ein seidenbesticktes Taschentuch erhob sich, leicht, als würde ein
sanfter Morgenwind mit der Daune eines Kissens spielen, in die Luft,
und ein leises Schniefen war zu hören.
»Ich wollte eine perfekte Hochzeit, aber ich wollte sie nicht für
mich & « Ein erneutes Schniefen, diesmal deutlich kräftiger als das
vorherige, und das Taschentuch sank wieder herab. »& Ich wollte sie
für dich. Du gibst mir so viel. Du hast das alles hier nicht verdient.«
Unsichtbare Arme umfingen Cole, und ein schluchzendes Nichts
drückte sich an ihn und benetzte seinen Smoking mit Tränen.
»Es ist okay, Baby«, sagte er mit samtweicher Stimme. »Wir
finden einen anderen Weg, das verspreche ich dir.« Er löste sich aus
der Umarmung. »Ich werde den Gästen mitteilen, dass die
Feierlichkeiten abgesagt sind.«
Die Tür wurde aufgerissen, und Piper und Paige platzten herein.
Cole drehte sich zu ihnen um. »Die Hochzeit fällt aus«, verkündete
er.
»Nicht unbedingt«, entgegnete Paige.
Piper nahm Cole beim Arm und manövrierte ihn in Richtung Tür.
»Sorg dafür, dass alle ihre Plätze einnehmen. Wir fangen gleich an.
Sag schon mal den Musikern Bescheid.«
»Aber & «, wandte Cole ein, »& was ist mit Phoebe? Sie ist
unsichtbar.«
»Nicht mehr lange, hoffentlich«, sagte Piper. »Los jetzt, ab mit dir.
Und behalte den Mittelgang im Auge, damit du den Auftritt deiner
Braut nicht verpasst.«
Sie schob Cole hinaus und schloss hinter ihm die Tür.
»Wartet mal«, erklang aus dem Rokoko-Sessel Phoebes Stimme,
»ich bin vielleicht ein wenig durcheinander. Ich dachte, wir hätten
bereits alle Sprüche ausprobiert?«
»Nicht ganz«, entgegnete Paige. »Jeder Versuch, den
Unsichtbarkeitszauber rückgängig zu machen, ist bisher
fehlgeschlagen, stimmt s?«
»Stimmt.«
»Okay, also werden wir diesmal nicht versuchen, ihn rückgängig
zu machen, sondern einfach auf eine deiner Schwestern übertragen.«
»Du meinst, du willst dich statt meiner in Luft auflösen?«, ertönte
es aus dem Sessel. »Niemals. Das lass ich nicht zu.«
»Phoebe«, sagte Paige, »jede Cinderella braucht ihre gute Fee, die
ihr beisteht und sie beschützt. Und ich möchte gern deine sein.«
»Paige & «, seufzte Phoebe, wenig überzeugt.
»Bitte, Phoebe, du musst es mich versuchen lassen & und wäre es
nur, damit ich dir beweisen kann, dass ich nicht zwischen dir und
deiner Hochzeit stehe.«
»Die Gäste werden allmählich ungeduldig«, stellte Leo fest, der
mit Darryl und dem Brautvater im Eingangsbereich der Kirche stand.
Alle drei machten einen nervösen Eindruck.
»Ja, ein paar sind schon wieder gegangen«, sagte Darryl.
»Ich würde zu gerne wissen, was hier eigentlich gespielt wird«,
beschwerte sich Victor und versenkte die Hände in den Taschen.
Cole, der die letzten Worte mitbekommen hatte, trat, vom
Umkleideraum kommend, an die Gruppe heran. »Ich wünschte, ich
könnte es dir sagen«, seufzte er. »Nehmt eure Plätze ein, es geht
gleich los.«
Erleichterung machte sich auf den Mienen der anderen breit. Die
vier Männer setzten sich in Bewegung und steuerten mit gemessener
Eile auf die große Flügeltür zu, die den Vorraum von der eigentlichen
Kirche trennte.
»Wäre vielleicht einer der Gentlemen so freundlich, mich zu
meinem Platz zu geleiten?«, fragte jäh hinter ihnen eine sonore
Frauenstimme.
Cole und Victor blieben gleichzeitig stehen und wandten sich um.
Ihre Blicke fielen auf eine dunkelhäutige Frau mit ebenmäßigen
Zügen, deren weitere Vorzüge verborgen waren unter einer wallenden,
mattblauen Toga. Das gleichfarbige, weite Tuch, das sie lose um ihren
Kopf geschlungen hatte, ließ sie beinahe aussehen wie eine Göttin der
Antike.
»Aber natürlich, gnädige & «, setzte Victor an, in dem sogleich der
Galan erwachte.
»Nein & wenn du erlaubst«, fiel Cole ihm ins Wort. »Du wartest
besser auf Phoebe.«
Der Brautvater siegte über den Galan, und Victor räumte einsichtig
das Feld.
Cole bot der Frau seinen Arm an. Die Seherin hakte sich bei ihm
ein und gemeinsam schritten sie durch das schwere Doppelportal.
»Sie werden dich erkennen«, sagte Cole mit gedämpfter Stimme,
als er sie durch den Mittelgang führte, das Gesicht zu einem
unverbindlichen Lächeln vereist. [ Pobierz caÅ‚ość w formacie PDF ]

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